Jugendschwangerschaften –
Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen
Eine Ausstellung bei pro familia Rüsselsheim bis zum 29.05.2009
In den 1980ern wurden mehr minderjährige Frauen in Deutschland schwanger als heute. 2001 gab es nochmals eine Steigerung, aber danach ist dieser Aufwärtstrend zur Ruhe gekommen. Derzeit werden jährlich acht bis neun von 1.000 15 bis 17-Jährigen schwanger, etwa fünf von ihnen entscheiden sich für einen Abbruch. Im internationalen Vergleich (westliche Industriestaaten) liegt Deutschland zusammen mit den skandinavischen und Beneluxländern am unteren Ende der Skala bei Schwangerschaften von jungen Frauen.
Die MitarbeiterInnen der pro familia Rüsselsheim begrüßen es sehr, dass sie diese Ausstellung jetzt zeigen können. In der alltäglichen Beratungsarbeit sind die minderjährigen schwangeren Mädchen oft die, mit deren Schicksal sich die Beraterinnen der pro familia Rüsselsheim, die für das ganze Kreisgebiet Groß-Gerau zuständig ist, lange beschäftigen.
Diese jungen Frauen kommen oft in einer späteren Schwangerschaftswoche, weil sie lange hoffen, dass ihre Menstruation noch kommt. 10 % der minderjährigen Frauen stellten ihre Schwangerschaft erst nach der 22. Woche fest. Meist kaufen sie sich selbst einen Schwangerschaftstest und testen sich alleine, mit dem Freund oder einer Freundin. Selten gehen sie sofort zum Frauenarzt oder sprechen beim Ausbleiben ihrer Menstruation schnell mit Mutter oder Vater, da sie Angst haben. Viele geraten mit ihren nahen Bezugspersonen, vor allem mit der Mutter oder dem Partner, in Auseinandersetzungen und Konflikte darüber, welche Entscheidungen sie treffen (sollen).
Zwei Drittel der Teenagerschwangerschaften sind die Folge von Anwendungsfehlern bei Pille und Kondom. Hier zeigt sich die Wichtigkeit von sexualpädagogischen Angeboten. Das Argument die Jugendlichen sind durch die Vielfalt der Informationsmöglichkeiten (Presse, Internet etc.) ausreichend aufgeklärt, zeigt sich als unzureichend. Außerdem stellte sich ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und geringer Schulbildung in der Studie heraus. Um so wichtiger ist es, Gesprächsmöglichkeiten z.B. in angeleiteten sexualpädagogischen Gruppen für Jugendliche zu gestalten, um ihre Defizite zu verringern.
